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Auslaufmodell Ortsnäheprinzip?

Wassergewinnung und Wasserversorgung in Zeiten des demografischen und klimatischen Wandels

Michael Reinhardt


Das Prinzip der ortsnahen Wasserversorgung nach § 50 Abs. 2 WHG fristet seit je ein eher unauffälliges Dasein jenseits der aktuellen wasserrechtlichen Brennpunktthemen. Sein Grundkonzept der Dezentralisierung der Trinkwassergewinnung ist vor allem der Unter­stützung des flächendeckenden Grundwasserschutzes verpflichtet und wird daher gemeinhin apriorisch positiv wahrgenommen und jedenfalls nicht in grundsätzlicher Weise infrage gestellt. Allerdings begegnet die durch die Regelung rechtlich favorisierte kleinteilige Ver­sorgungs­struktur heute durchaus neuartigen Herausforderungen, wenn etwa die Erwartun­gen an Versorgungssicherheit und Gewässerschutz infolge des demografischen und kli­ma­tischen Wandels in der Bundesrepublik nicht mehr uneingeschränkt erfüllt werden kön­nen und sich so die wasserhaushaltsgesetzliche Randvorschrift unversehens sogar im allge­mei­nen politischen Konflikt zwischen urbanen Ballungsgebieten und ländlichen Räumen wie­derfindet. Vor diesem Hintergrund unternimmt der nachstehende Beitrag eine aktuali­sierte Bestandsaufnahme einer in die Jahre gekommenen Vorschrift.

Der Autor ist Inhaber eines Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Universität Trier und Direktor des Instituts für Deutsches und Europäisches Wasserwirtschaftsrecht. Der Beitrag geht u.a. auf einen Vortrag beim 44. Wasserwirtschaftsrechtlichen Gesprächskreis des Instituts am 10.9.2019 in Mülheim an der Ruhr zurück.

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(e.g. A | 000123 | 01)

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